Schulvertrag

Am 16.03.16 hat die Gesamtkonferenz der Ernst-Born-Schule nach einem gemeinsamen Studientag in Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeiterin Frau Löffler-Heim und mit beratender Unterstützung von Herrn Zissner (Team Jugendpflege/Jugendschutz) einen Schulvertrag verabschiedet.

Qualitätsprogramm der Ernst-Born-Schule Bad Ems

Vorwort

„Qualitätsentwicklung -…-ist die planvolle und systematische Entwicklung und Anwendung eines konzeptuellen Rahmens zur Ermöglichung nachhaltiger Bildungsprozesse von Schülerinnen und Schülern“[1]

In diesem Programm sind die Ziele und Maßnahmen vereinigt, die sich die Schulgemeinde im Verlauf der letzten Jahre gegeben hat. Es wird ein Prozess beschrieben, der niemals endet und ständiger Evaluation unterliegt. Unter diesen Gesichtspunkten ist unser Qualitätsprogramm eine Momentaufnahme der Qualitätsarbeit an der Ernst-Born-Schule, mit Rückblicken und einer Vision, wie wir uns unsere Schule vorstellen.

Im Mittelpunkt des Qualitätsprogramms der Ernst-Born-Schule steht die systematische Optimierung der Qualität des Unterrichts. Weitere Schwerpunkte sind Maßnahmen der Schul-, Organisations-, und Personalentwicklung als dienende Bereiche.

Schulleitung, Kollegium und Schulelternbeirat der Ernst-Born-Schule

1. Die Entwicklung unserer Schule

1.1. Beschreibung des Ist-Zustandes/bisherige Arbeit

Die Ernst-Born-Schule wurde im Jahr 1876 als Stadtteilschule für die Kinder der Bergbauarbeiter im Stadtteil Emser Hütte erbaut. Im Einzugsgebiet lebten früher wie heute überwiegend Familien, die einen höheren Förder- und Betreuungsbedarf für ihre Kinder benötigen. Der Anteil von Kindern fremder Muttersprache ist hoch, da zahlreiche Aussiedlerfamilien im Schulbezirk wohnen. Da sich vielfach schon bei der Einschulung ein hoher zusätzlicher Förderbedarf bei vielen Kindern zeigt, hat unsere Schule in den vergangenen Jahren insbesondere eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern gesucht. Eine vielfältige Beteiligung der Eltern am schulischen Leben hat sich nach unseren Beobachtungen sehr positiv auf die Lernentwicklung der Kinder ausgewirkt. Neben der ehrenamtlichen Arbeit als Klassenelternsprecher und im Schulelternbeirat unterstützen uns die Eltern bei Ausflügen, Veranstaltungen, in der täglichen Unterrichtsarbeit und im Schulalltag sehr stark. Aber nicht nur den Eltern gegenüber, sondern auch zahlreichen anderen außerschulischen Partnern hat sich unsere Schule weit geöffnet und immer wieder die Zusammenarbeit gesucht.

Außerschulische Partner

  • Verbandsgemeinde und Stadt Bad Ems
  • Ministerium und ADD
  • anderen Schulen der Region
  • Jugendamt
  • Kreisverwaltung
  • Büchereien
  • Kindergärten in Bad Ems/ Kirchen
  • Betrieben der Region
  • „Rote Husaren“ Bad Ems
  • Lernpaten
  • Sportvereine

 

Verantwortungsvoller Umgang mit der Natur

Besondere Bemühungen unserer Schule galten in den letzten Jahren der Erziehung unserer Kinder zum verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Außer der Pflege eines Schulgartens und der regelmäßigen Teilnahme an den Waldjugendspielen wurden die Schüler auf dem großen naturnah gestalteten Schulgelände zum achtsamen Umgang mit ihrer Umwelt erzogen.



Feste und Veranstaltungen im Jahresverlauf

  • Einschulungsfeier
  • Erntedankfest in den Klassen
  • Umzug und Feier zu St. Martin (gemeinsam mit der KITA Eisenbach)
  • Advents- oder Nikolausgottesdienst
  • Nikolaus besucht die Schule
  • gemeinsames Kränzebinden
  • gemeinsames Singen von Weihnachtsliedern in der Vorweihnachtszeit
  • Weihnachtstheater
  • Weihnachtsfeier
  • Große Faschingsfeier an Schwerdonnerstag

 

Gesundheitserziehung

Seit zwei Jahren liegt uns auch die Gesundheitsziehung der Kinder sehr am Herzen. Nachdem wir im Sommer 2015 eine Projektwoche mit dem Thema Gesund und fit- macht alle mit durchgeführt hatten, haben wir uns entschlossen mit den Klassen 1 und 2 bei dem Projekt Klasse2000 teilzunehmen, so dass wir den Schülern eine nachhaltige Gesundheitserziehung ermöglichen können. Klasse2000[ ist das bundesweit größte Programm zur Gesundheitsförderung, Sucht- und Gewaltvorbeugung in der Grundschule. Klasse2000 vermittelt Wissen über den Körper und fördert positive Einstellungen der Kinder zur Gesundheit. So entwickeln die Schüler Kenntnisse, Haltungen und Fertigkeiten mit denen sie ihren Alltag so bewältigen können, dass sie sich wohlfühlen und gesund bleiben. Die Kinder lernen kontinuierlich von Klasse 1 bis 4 die Eckpfeiler des gesunden Lebens, unterstützt durch speziell geschulte Gesundheitsförderer und der Symbolfigur KLARO. Seit dem Schuljahr 2017/2018 nehmen alle Klassen unserer Schule am Projekt Klasse2000 teil.

Demokratie lernen

Im Klassenrat, der regelmäßig in den Klassenstufen 2 bis 4 durchgeführt wird, lernen die Kinder demokratisch zu handeln. In der Gruppe diskutieren sie ihre Anliegen und lösen Probleme. Sie lernen Mehrheitsmeinungen zu akzeptieren und gleichzeitig aktiv zu zuhören, frei zu sprechen, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese zu vertreten. Außerdem werden in allen Klassenstufen Klassensprecher und Vertreter gewählt. Sie treffen sich regelmäßig mit der Schulleitung in der Klassensprecherversammlung um gemeinsame Ideen und Probleme zu diskutieren.

1.2. Leitbild /Vision

Über die in Punkt 1.1. angesprochenen Schwerpunkte unserer Arbeit in den vergangenen Jahren hinaus haben sich Eltern und Lehrer auf folgendes Leitbild für die kommenden Jahre geeinigt:

Wir haben die Vision von einer Ernst-Born-Schule,

  • die das selbstständige Lernen fördert (durch individuelle Lernangebote, den Einsatz neuer Medien, den Einsatz neuer Lernmethoden ... )
  • die das soziale Lernen fördert (durch wechselnde Sozialformen im Unterricht, Helfersystem, Pausengestaltung ... )
  • die durch Differenzierungsmaßnahmen individueller fördert (durch diff.  Leistungs-beurteilung, differenzierte Hausaufgaben, differenziertes Materialangebot ... )
  • die eng und vertrauensvoll mit den Eltern zusammenarbeitet (Ansprechbarkeit der Lehrer, Einbeziehung in schulische Aktivitäten, Einsatz im Unterricht ... )
  • die sich öffnet und die Zusammenarbeit mit anderen pädagogischen Institutionen pflegt (Zusammenarbeit mit benachbarter Kindertagesstätte, Nachbarschulen, Bibliotheken, Museen ... )
  • die das Umweltbewusstsein der Schüler fördert (Pflege des Schulgartens, Waldjugendspiele, Mülltrennung ... )

2. Bestandsaufnahme der verbindlichen Inhalte und Maßnahmen des Qualitätsprogramms

Zu allen verbindlichen Punkten des Qualitätsprogramms wurde in mehreren Konferenzen eine Bestandsaufnahme vorgenommen. Diese ergab, dass man sich in einzelnen Bereichen, wie z.B. der Kooperation im Kollegium und der Zusammenarbeit mit den Eltern bereits auf einem sehr guten Weg befindet und eine Weiterentwicklung hier nicht als vordringlich ansieht. Nach intensiver Diskussion einigte man sich darauf, die Schwerpunkte

  • Individuelle Förderung,
  • Stärkung des Leseverständnisses und
  • Kooperation mitvorschulischen Einrichtungen


für die pädagogische Arbeit der Ernst-Born-Schule zu setzen. Trotz regelmäßiger Fortschreibung des Qualitätsprogramms und kontinuierlicher Weiterentwicklung der Zielvorstellungen behalten die o.g. Schwerpunkte und die vereinbarten Maßnahmen ihre Gültigkeit.

3. Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit der Ernst-Born-Schule

3.1. Individuelle Förderung

Vorstellung:

Die Lernentwicklung jedes einzelnen Kindes soll durch individuell angepasste Angebote noch besser gefördert werden.

Maßnahmen

  • Verstärkte Lehrerzuwendung zu schwachen und verhaltensauffälligen Schülern
  • Unterschiedliches Materialangebot
  • Differenzierte Hausaufgaben
  • Förderunterricht
  • Intensive Zusammenarbeit mit Eltern / Horteinrichtungen / Schulpsychologen / Förderlehrern
  • Helfersystem in den Klassen
  • Weiterentwicklung des Helfersystems (klassenintern und klassenübergreifend)
  • Anlegen von Beobachtungsbögen für jeden Schüler (Hilfe bei der Diagnostik von Lernschwierigkeiten, Hilfe bei Elterngesprächen,Zeugnissen …)
  • Konferenzen und Absprachen im Kollegium zum Thema: „Differenzierte Leistungsbeurteilung“
  • Unterrichtsplanung:  Überlegungen zur Förderung selbstständiger Schülerarbeit


Verknüpfung mit anderen Bereichen

  • Verstärkte Kooperation und Absprachen im Kollegium (z.B Differenzierte Leistungsbeurteilung)
  • Einbeziehung der Eltern (z.B. Helfersystem)
  • Stärkung des Leseverständnisses durch Förderung selbstständiger Arbeit (z.B. Erlesen individueller Arbeitsaufträge)
  • Verbesserung der Kompetenzen im mathematisch/naturwissenschaftlichen Bereich (z.B. Differenzierte Lernangebote)
  • Einbeziehung der Förderlehrerin (z.B. Diagnostik)
  • Kooperation mit vorschulischen Einrichtungen (Einschulung)
  • Kooperation mit weiterführenden Schulen (Erleichterung der Übergänge)

 

3.2. Stärkung des Leseverständnisses und des Leseinteresses

Vorstellung:

Die Lesekompetenz der Kinder soll durch Förderung von Lesemotivation und Leseverständnis verbessert werden.

Maßnahmen

  • Lesemütter im ersten Schuljahr
  • Bücherecke in jeder Klasse
  • Regelmäßiges Vorlesen (vor allem im ersten Schuljahr)
  • Vorstellen von Büchern durch Schüler (auch in der Kita)
  • Teilnahme an der Jugendbuchwoche
  • Besuch der Stadtbibliothek
  • Zeitungsprojekt im dritten/ vierten Schuljahr
  • Theaterspiel als Umsetzung von Lesetexten
  • Anschaffung von Ganzschriften
  • Pultbücher
  • Aufstellen von Klassenbücherkisten
  • Erziehung zu pfleglichem Umgang mit Büchern
  • Anbieten von Büchern mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad
  • Elternabend mit Bibliothekarin / Buchhändlerin: „Leseerziehung“
  • Eltern/ Großeltern lesen aus ihren Lieblingsbüchern
  • Bücher statt Süßigkeiten als Geschenke


Verknüpfung mit anderen Bereichen

  • Einbeziehung von Eltern / Großeltern
  • Absprachen im Kollegium
  • Verbindung mit Sachbüchern / Sachaufgaben
  • Berücksichtigung der Ergebnisse von Pisa / Iglu
  • Umsetzung des Rahmenplans

 


3.3. Kooperation mit vorschulischen Einrichtungen

Vorstellung:

Der Übergang vom Kindergarten zur Schule soll durch bessere Zusammenarbeit noch kindgerechter gestaltet werden.

Maßnahmen

  • Gemeinsame Feste / gegenseitige Besuche (z.B.  Zur Vorbereitung der Einschulung)
  • Teilnahme an Elternabenden
  • Austausch über Hortkinder
  • Gemeinsame Gestaltung der Einschulungsfeier
  • Zahlreiche informelle Gespräche
  • Verstärkte gegenseitige Hospitationen von Erzieherinnen und Lehrerinnen
  • Gemeinsame Fortbildung von Erzieherinnen und Lehrerinnen
  • Mindestens eine gemeinsame Konferenz pro Schuljahr
  • Erste Gespräche über Schulanfänger unmittelbar nach der schulärztlichen Untersuchung
  • Unterrichtsbesuch der Schulanfänger in Kleingruppen

 
Verknüpfung mit anderen Bereichen

  • Verstärkte Kooperation von Kollegium der Grundschule und Team der Kita
  • Frühzeitige Gespräche mit Eltern über die Einschulung ihrer Kinder
  • Verstärkte Berücksichtigung des individuellen Entwicklungsstandes
  • Evtl. Sonderpädagogische Förderung / integrative Arbeit

4. Ausblick

Die von uns gewählten Schwerpunkte „Individuelle Förderung“, „Lesekompetenz“ und „Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte“ sollen vor allem dazu führen, dass unsere Schüler im Verlauf ihrer Grundschulzeit vielfach bestehende sprachliche Defizite ausgleichen können und so gute Startchancen an den weiterführenden Schulen haben. Mit dem vorliegenden Programm hoffen wir, dieser Zielsetzung ein Stück näher zu kommen und unsere Schüler auf eine immer differenziertere und komplexere Welt gut vorzubereiten. Im Übrigen gehen wir davon aus, dass die vorgesehenen Evaluierungsmaßnahmen zu einer permanenten Anpassung und Weiterentwicklung der Qualitätsziele und  -maßnahmen beitragen.

Das Qualitätsprogramm wird im zweijährigen Rhythmus fortgeschrieben.                                    


[1] Arnold, R. & Faber, K. (2005) Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement. Unveröffentlichter Studienbrief im Rahmen des Fernstudiums „Schulmanagement“ an der TU Kaiserslautern S.10

Fortschreibung Qualitätsprogramm

Im Schuljahr 2013/2014 einigte sich die Gesamtkonferenz der Ernst- Born- Schule auf folgende weitere Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit:

1. Eigene Lernprozesse reflektieren

Die Schüler wenden regelmäßig verschiedene Reflexionsmethoden mit unterschiedlichen Fragestellungen während oder am Ende eines Lernprozesses an.

Im Rahmen eines Studientages wurden für jede Klasse eine Sammelbox mit verschiedenen Selbstreflexionsmethoden und Symbolkarten erstellt.

Die Lehrkräfte gestalten den Unterricht so, dass den Kindern Räume, Anregungen und Aufgabenstellungen zur Verfügung stehen, die selbstverantwortlcihes und individuelles Lernen ermöglichen.

Zur Ervaluation wurden Selbsteinschätzungsbögen für die Schüler erstellt und ein Dokumentationsbogen für die einzelnen Reflexionsmethoden.